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   Dr.  E. Weiser     Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855

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Zecken

 

Zecken sind gefährliche Krankheitsüberträger. Gerade im Frühjahr und im Herbst kommt es zu vermehrten Zeckenstichen. Da Zecken mehrere Krankheiten übertragen können, ist eine exakte Information zum Thema wichtig.

 

 

Der Holzbock – Ixodes ricinus

Zecken kommen in fast ganz Europa vor. Da sie acht Beine haben, gehören sie zu den Spinnentieren. Ab ungefähr 7 Grad werden Zecken aktiv. Hierbei lieben sie eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb sie vermehrt in entsprechenden Gegenden zu finden sind: Wiesen, Waldwegen oder an niedrigen Büschen. Über die Vorliebe der Zecken zu hoher Luftfeuchtigkeit erklärt sich auch das vermehrte Auftreten im Frühjahr und Herbst.

Zecken entwickeln sich in Stadien: Zunächst einmal die „Nymphe“, dann wird hieraus eine „Larve“ und am Schluss die erwachsene (adulte) Zecke. Jedes Stadium benötigt eine Blutmahlzeit, um genügend Nährstoff zu bekommen, um sich weiterentwickeln zu können. Bei diesen „Blutmahlzeiten“ kommt es  ggf. zur Übertragung von Erregern:  Borrelien, FSME-Viren, Ehrlichien oder Ricketsien. ABER: NICHT JEDE ZECKE IST MIT EINEM DIESER ERRGER INFIZIERT!

 

 

Borrelien

B. sind korkenzieherähnliche Bakterien, die im Darm der Zecke leben. Beim Blutsaugen kann nun durch die Zecke eine Borreliose (frühestens nach rund 24 Stunden) übertragen werden.  Nicht jede Zecke hat Borrelien im Darm und auch nicht jede muss unbedingt auch Borrelien übertragen! Und auch wenn eine Übertragung erfolgt, muss nicht unbedingt jeder Mensch an einer Borreliose erkranken! Sollte eine untengenannte Erkrankung auftreten, muss diese dann entsprechend behandelt werden.

 

>  Erythema migrans (Wanderröte). Dies ist ein sehr typischer Ausschlag, meist in der Nähe des Zeckenbisses. Aussehen: rot, zielscheibenähnlich, mindestens 5 Zentimeter Durchmesser oder mehr. Ferner dehnt sich das Erythma migrans meist rasch aus. Die Wanderröte tritt einige Zeit nach der Infektion auf, mindestens jedoch 1 Woche (bis 6 Wochen). Dieses Erythem kann, muss aber nicht unbedingt immer auftreten.

>  Neuroborreliose. Dieses Stadium tritt später auf und ist durch Lähmungen gekennzeichnet (oft Muskeln am Gesicht); Störungen der Sensibilität kommen vor.

>  Lyme-Arthritis. Gelenkschmerzen sind ein Spätzeichen einer durchgemachten Infektion. Daher untersuchen wir bei längerdauernden Gelenkschmerzen immer das Blut, um eventuell einen  Borreliose-bedingten Gelenkschmerz herauszufinden.

 

Die Diagnose wird  bei der Wanderröte über das typische Aussehen gestellt! Blutentnahmen sind bei Gelenkschmerzen hilfreich. Das Untersuchen der Zecke auf Borrelien ist ein absolut unsicheres Verfahren und bringt daher nichts. Leider wird in der Laienpresse diese unnötige Untersuchung von Zecken durch kommerzielle Unternehmen stark beworben bzw. der Eindruck erweckt, hierdurch könnte Sicherheit bzgl. einer stattgefundenen Infektion erlangt werden. Gerne erläutern wir Ihnen bei einem Besuch, warum dieser Test Unsinn ist. Wir können hier einen guten den Tipp geben: sparen Sie das Geld und kaufen Ihrem Kind dafür lieber ein schönes Spielzeug!

Bei einer Neuroborreliose nun ist ein Klinikaufenthalt zur exakten Diagnosestellung und Therapie unumgänglich. Die erstgenannten Diagnosen sind einer antibiotischen Therapie zu Hause leicht zugänglich. Eine Impfung zur Vorbeugung gegen eine Borreliose existiert nicht!

 

 

FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis)

Diese Erreger sind Viren. Besonders in Süddeutschland sind Zecken mit diesem Virus befallen.  Bereits beim Stich kann eine Übertragung erfolgen.  Krankheitszeichen wie hohes Fieber, Kopfschmerzen, Hirnhautentzündung oder auch Lähmungen treten nach 2-6 Wochen auf.  Eine ursächliche Behandlung der FSME gibt es nicht. Allerdings gibt es eine gut verträgliche Impfung.

Es gilt die Regel: je älter, desto eher bleibt nach einer durchgemachten FSME-Erkrankung eine Schädigung zurück. Daher impfen wir nicht nur ihre Kinder sondern auch gerne Sie selbst – fragen Sie nach!

 

 

Was können Sie tun?

> Lassen Sie Ihr Kind in entsprechenden Gegenden lang dunkle Kleidung tragen!

> Verwenden Sie Insektenschutzmittel (fragen Sie gerne sicheren Mitteln bei uns nach!)

> Suchen Sie Ihr Kind abends nach Zecken ab, schauen Sie auch in der Achselhöhle, zwischen den Beinen oder im Nacken nach und entfernen Sie ggf. die Zecke!

 

Wie entfernen Sie am besten die Zecke?

Wichtig ist, dass die Zecke nicht Darminhalt in den Menschen „erbricht“. Dies geschieht besonders beim Auftragen von Öl, Klebstoff etc.; auch ein Ausquetschen durch zu breite Zeckenzangen oder Pinzetten sollte unterbleiben.

Geeignet sind: Splitterpinzetten, Zeckenzange mit sehr schmalem Spitzen zum Fassen oder bei leicht zugänglichen Gebieten Zeckenkarten (vergleichbar Scheckkarte mit Spalt – erhältlich in Apotheke).

 

 

Hinweis: die Praxis bietet einen kostenfreien Vortrag zu dem Thema „Zecken“ für Krabbelgruppen, Kindergärten oder in der Schule an. Bei Interesse fragen Sie sich einfach nach – gerne vereinbaren wir für entsprechende Gruppen einen Vortragsabend!

 

Dr. med. E. Weiser Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin

www.kinderarzt-remchingen.de                                                         Merkblatt Zecken 100309