Dr. E. Weiser Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855
LIEBE ELTERN,
Häufig wird – oft unbewusst – der Glaube vertreten, dass Bräune und Gesundheit miteinander einhergehen. Dies und das zunehmende Ozonloch aber auch vermehrte Freizeit- und Urlaubsmöglichkeiten führen zu übermäßiger Sonnenbelastung für die Haut. Und wie man weis, „vergisst die Haut nichts“. Untenstehend daher einige Gedanken zum richtigen Sonnenschutz in der Sommerzeit.
GERINGER EIGENSCHUTZ BEI SÄUGLINGEN
Die Haut von Säuglingen ist deutlich anders als die Haut von Erwachsenen. Der Schutzbedarf ist wesentlich höher:
Kinderhaut ist wesentlich dünner als die von Erwachsenen
Die Produktion des Hautfarbstoffes Melanin ist deutlich geringer, der Schutz daher niedriger
Die Aktivität der Hautdrüsen ist noch gering
HAUTTYPEN
Hauttyp 1
Haut hell, fast weiß/Sommersprossen/wird nicht braun, sondern bekommt Sommersprossen/Eigenschutz max. 10 Minuten/SchutzmaßnahmenSchatten vorziehen, Hut, Körper geeignet bekleiden, Sonnenbrille ,/Lichtschutzfaktor: mind. 20
Hauttyp 2
Helle Hautfarbe/ blond-hellbraun, blaue Augenwird nur langsam braun/ Eigenschutz 10 – 20 Minuten/ Sonnenschutz: Schatten vorziehen, Hut, Körper geeignet bekleidet, Sonnenbrille, Nase, Ohren besonders schützen/Lichtschutzfaktor 15
Hauttyp 3
Mittlere Hautfarbe, hellbraunes bis dunkles Haar/meist braune Augen, kaum Sommersprossen/ Sonne von 11 – 15 Uhr meiden/Eigenschutz: 20 – 30 Minuten/ Lichtschutzfaktor: mind. 8
Hauttyp 4
Bräunlich bis olivfarbene Haut, wird schnell braun/ Eigenschutz >30 Minuten/ Lichtschutzfaktor: mind. 4
LICHTSCHUTZFAKTOR
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wievielmal länger man mit diesem Produkt in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Multipliziert man die dem Hauttyp entsprechende „Eigenschutzzeit“ mit dem LSF des Produkts erhält man die „erlaubte“ Zeit.
Allerdings bezieht sich diese Rechnung nur auf die UV-B Strahlen. Das benützte Sonnenschutzmittel sollte immer auch einen Schutz gegen UV-A vorweisen können.
SONNENSCHUTZMITTEL
Es gibt zwei Arten von Sonnenschutzmittel: Mittel mit chemischem Sonnenfilter und mit physikalischem Filter.
Chemische Sonnenschutzfilter
Sie dringen in die Haut ein und verhindern durch eine Reaktion in der Haut den frühzeitigen Sonnenbrand. Die Wirkung beginnt frühestens 30 Minuten nach dem Auftragen.
Physikalische Filter
Physikalische Filter, auch Pigmentfilter genannt, bestehen eigentlich aus kleinsten Partikeln, die das aufprallende Sonnenlicht reflektieren. Eigentlich sind diese Sonnenschutzmittel aus medizinischer Sicht zu bevorzugen, jedoch hinterlassen sie ab rund LSF 20 einen unangenehmen „weißen Film“ auf der Haut, weshalb Kinder diese Sonnencremes oft ablehnen.
SCHUTZ
Säuglinge bis zu einem Jahr sollten nie in die pralle Sonne!
Mit Kindern besser immer im Schatten ruhen
Von 11 bis drei ist sonnenfrei!
Kleidung ist der beste Sonnenschutz (Polyestermischungen meist besser als Baumwolle, dunkle Kleidung besser, luftige Kleidung, VV- Standart 801)
Sonnenhut mit breiter Krempe (auch Nacken)
Sonnenbrille ( am besten vom Optiker)
Sonnenschutzmittel mind. 30 Minuten vor der Sonne, nach dem Baden öfters mal erneut auftragen
Empfindliche Stellen wie Nase, Ohren, Nacken beachten
Viel trinken
AUSWAHL AN MITTELN
Ladival Kinder Sonnencreme/LSF 20
Ladival Kinder Sonnenlotion sensitive/LSF 20
Daylong LSF/ LSF 25
PH 5 Eucerin Sun sensitive Kinder Lotion/ LSF 25
Sun Dance Sonnenmilch für Kinder (DM Markt) / LSF 20
Nicht immer muss das teuerste Mittel das Beste sein (Drogeriemärkte führen oft auch sehr gute Produkte). „Restbestände“ können noch aufgebraucht werden, wenn sie noch normal riechen (nach Ökotest).
Kinder- und Jugendarzt Dr. E. Weiser
Infoblatt Sonnenschutz