Dr. E. Weiser Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855
LIEBE ELTERN,
mit diesem Infoblatt möchten wir Ihnen kurz und prägnant die wichtigsten Informationen zu diesem Thema an die Hand geben. Natürlich kann hierdurch nicht ein ausführliches Gespräch in der Praxis ersetzt werden. Fragen Sie also bei Bedarf nach!
Allgemeines
Pollen (= Blütenstaub) werden von windbestäubten Pflanzen zur Blütezeit in enormen Mengen produziert und kilometerweit durch die Luft getragen. Sie können jahreszeitlich wechselnde Beschwerden wie Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündung, Pollen-Asthma sowie Schübe einer Neurodermitis auslösen.
Die Häufigsten
Die wichtigsten allergieauslösenden Pollen stammen von
Bäumen: Hasel, Erle und Birke (Blütezeit Februar bis Mai)
Gräsern und Roggen (Blütezeit Mai bis August)
Kräutern: Spitzwegerich und Beifuß (Blütezeit Mai bis August).
Die Blütezeiten können von Region zu Region und von Jahr zu Jahr etwas variieren.
Zeitliche Pollenbelastung
Starker Pollenflug ist bei warmem, trockenem Wetter mit leichten bis mäßigen Winden sowie kurz
vor einem Regen zu erwarten.
Pollenarm ist die Luft bei Windstille, kaltem und regnerischem Wetter.
Tageszeitliche Schwankungen: In Großstadtgebieten bestehen meist hohe
Pollenkonzentrationen tagsüber mit Spitzen am Abend und in der ersten Nachthälfte
sowie einem Tiefpunkt in den frühen Morgenstunden.
Auf dem Land sind vor allem in Wiesengebieten die höchsten Pollenkonzentrationen
tagsüber und nachts mit einem Abfall am Abend zu erwarten.
Therapiesäule 1 - Pollenvermeidung
Pollen können wegen ihrer allgemeinen Verbreitung natürlich nicht absolut gemieden, der Pollenkontakt kann jedoch zumindest reduziert werden:
Informieren Sie sich über den zu erwartenden Pollenflug (z.B. www.kinderarzt-
remchingen.de)
Wohnung bei starkem Pollenflug nur kurz lüften (Stoßlüftung). Schlafzimmerfenster nachts
geschlossen halten. In der Regel empfiehlt es sich, ausgedehntes Lüften in der Stadt in die
frühen Morgenstunden, auf dem Land in die Abendstunden zu verlegen (siehe oben).
Je nach individuellem Auslöser z. B. blühende Wiesen oder Birkenwälder meiden.
Nach Aufenthalt im Freien am Abend Haare spülen. Pollen, die sich in den Haaren
festgesetzt haben, werden sonst an das Kopfkissen abgegeben und während des
Schlafens eingeatmet.
Kleidung, die im Freien getragen wurde, nicht im Schlafbereich lagern.
Andere Reizfaktoren wie Rauchen (auch Passivrauchen!) ausschalten.
Beim Autofahren Autofenster geschlossen halten. Gute Pollenfilter sind effektiv, müssen
aber regelmäßig gewartet werden.
Im Urlaub kann der Pollenkontakt durch einen Aufenthalt in einem Gebiet mit anderer
Vegetation, im Hochgebirge ab 1.500 bis 2.000 Metern oder am Meer reduziert werden.
Informationen hierzu liefern spezielle Urlaubs-Pollenflugkalender.
Bestehen Kreuzallergien zu Nahrungsmitteln wie Obst, Nüssen oder Gewürzen, sollte der
Verzehr dieser Nahrungsmittel während der Pollenzeit eingeschränkt werden.
Therapiesäule 2 - Medikamente und Anderes
Die medikamentöse Behandlung des Heuschnupfens erfolgt zunächst über die örtliche
Verabreichung von antiallergischen Augentropfen und Nasenspray bzw. -tropfen.
Bei stärkeren Beschwerden kommen innerlich eingenommene Antihistaminika zur
Anwendung. Bei Pollen-Asthma muss die Inhalations-Behandlung in der Pollenzeit meist
intensiviert werden. Bei ausgeprägten und anhaltenden Symptomen sollte eine
Hyposensibilisierung - falls sinnvoll - durchgeführt werden. Sie ist die derzeit längerfristig
wirksamste Therapieform.
Dr. E. Weiser, Kinder- und Jugendarzt, www.kinderarzt-remchingen.de
Infoblatt Pollenallergie 100311
