Dr. E. Weiser Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855
Krankheitszeichen
Bei Jugendlichen und Erwachsenen bestehen klassische Krankheitszeichen wie abrupt einsetzendes hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Lichtscheu und schmerzhafte Augenbewegungen. Ein quälender trockener Reizhusten kommt meist erst nach 5-6 Krankheitstagen. Es schließt sich oft eine wochenlange Erholungsphase an.
Kleinkinder weisen eine nicht ganz so eindeutige Symptomatik auf: Fieber, Heiserkeit, harter Husten aber auch Bauchschmerzen und Durchfall können bestehen. Gelegentlich sind ein Ausschlag, der an Scharlach erinnert, zu sehen. Bei jedem dritten Kind pfropft sich eine Mittelohrentzündung auf.
Komplikationen
Besonders für Kinder mit Asthma bronchiale, Herzkrankheiten, Immundefekten oder mit Stoffwechselstörungen herrscht ein hohes Risiko für Komplikationen. Dies sind besonders oft schwere Lungenentzündungen oder seltener Gehirnentzündungen. Mehr bei älteren Patienten werden auch schwere Herzmuskelentzündungen beobachtet.
Der Erreger
Influenza-Viren können in drei Typen (A, B,C ) unterteilt werden. Typ A ist der häufigste Auslöser von Epidemien. Der Erreger der Influenza-Grippe und andere Viren aus der Welt der „Erkältungserregern“ haben absolut nichts gemein. Daher versteht es sich von selbst, dass eine Impfung gegen Influenza-Grippe nicht vor anderen Erkältungen schützt.
Ausbreitung
Die Ausbreitung erfolgt über Tröpfchen mit einer kurzen Inkubationszeit von rund 2-3 Tagen. U.a. wegen bestimmter Stoffe (Neuraminidase), die der Erreger bilden kann, sind Influenza–Viren hoch ansteckend. Gerade zuletzt im Jahr 2008 haben sich in Portugal innerhalb von nur drei Tagen über 100 000 Menschen an dem Erreger angesteckt. Alle 3-5 Jahre kommt es zu Influenza Epidemien. Bei der Pandemie im Jahr 1918 starben weltweit mehr als 20 Millionen Menschen!
Diagnose
Bei Jugendlichen lässt sich wegen der klassischen Symptome die Diagnose einfach stellen. Je jünger die Kinder sind, desto schwieriger wird die Unterscheidung zwischen harmlosen Erkältungen und einer Influenza. Schnelltests sind vorhanden, können bei Bedarf eingesetzt werden..
Therapie
Meist werden die Symptome entsprechend behandelt. Dazu gehören besonders die Fiebersenkung mit reichlich Flüssigkeit, ggf. auch bei sehr hohem Fieber Paracetamol. Homöopathische Mittel wie Aconitum napellus können oft mit gutem Erfolg eingesetzt werden. In besonders schweren Fällen - und besonders bei o.g. „Risikopatienten“ -können moderne Neuraminidasehemmer wirksam helfen. Einschränkend muss man allerdings hinzufügen, dass dies aber nur dann gilt, wenn bei den allerersten Krankheitszeichen die Therapie begonnen wird.
Prophylaxe
Die GrippeImpfung ist besonders bei älteren Menschen, Kindern mit Asthma oder anderen chronischen Lungenkrankheiten zu empfehlen (s.o.). Der Impfschutz beginnt ca. 2 Wochen nach der Impfung. Therapeutisch stehen heute bestimmte Grippemittel zu Verfügung.
Dr. med. E. Weiser Infoblatt Influenza-Grippe 01012009