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   Dr.  E. Weiser     Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855

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Hyposensibilisierung

 

Ursachenbehandlung bei Allergien

 

Liebe Eltern,

bei Ihrem Kind ist wegen einer Allergie eine Hyposensibilisierung durch uns vorgeschlagen worden. Wir möchten Ihnen zu dieser Behandlungsform einige wichtige Informationen geben.

 

Was bedeutet Hyposensibilisierung?

Die Hyposensibilisierung (auch spezifische Immuntherapie oder Allergieimpfung genannt) ist einer der wirksamsten Behandlungsmethoden in der Allergologie. Die Effektivität liegt bei allen bekannten ursächlichen Therapien am höchsten. Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem überschießend auf bestimmte Allergieauslöser (Allergene). Mit der Hyposensibilisierung wird dem Körper wiederholt ein Allergieauslöser in steigender Dosierung zugeführt, bis die überschießende Immunreaktion nicht mehr eintritt und das Immunsystem den Allergieauslöser toleriert. Diese Therapie setzt also bei den Ursachen der Allergie an.

 

Hohe Erfolgsquoten im frühen Kindesalter

Besonders erfolgsversprechend ist die Hyposensibilisierung im Kindesalter:

 im Frühstadium einer allergischen Erkrankung sind noch keine bleibenden Veränderungen eingetreten, die nicht mehr rückgängig zu machen sind.

 das Immunsystem ist bei Kindern und Jugendlichen noch besonders lernfähig

 die Therapie hat am meisten Erfolg, wenn sich nur wenige und noch nicht viele Allergien entwickelt haben

 nach dieser Behandlungsform entstehen weniger neue Allergien, ein Heuschnupfen, Asthma etc. entsteht seltener.

 

Die am häufigsten angewendete und wirksamste Form der Allergie-Impfung ist die subcutane Form. Hierbei wird das Allergen unter die Haut gespritzt. Die Therapien, bei denen die Kinder Tropfen schlucken sollen wurde in seriösen Studien nie eine Wirksamkeit belegt. Anders verhält es sich mit einer Tablette, die unter die Zunge gelegt wird. Sie hat zwar einen gesicherten Effekt, ist aber für Kinder nur in Einzelfällen sinnvoll.

 

DURCHFÜHRUNG DER HYPOSENSIBILISIERUNG

Eine Hyposensibilisierung sollte nur von einem für Kinder- und Jugendliche ausgebildeten Arzt durchgeführt werden. Nur Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin kennen dank ihrer Ausbildung die Besonderheiten bei dieser Patientengruppe und kann bei Auffälligkeiten richtig reagieren!

Die Allergie-Impfung wird ab einem Alter von etwa sechs Jahren eingesetzt:

 am häufigsten wird gegen Pollen hyposensibilisiert, Symptomverbesserung ca 90%

 bei Insektengiftallergien liegt die Erfolgsquote bei über 90 % und sollte bei sicherer Allergie unbedingt durchgeführt werden

 bei Milbenallergien kann die Behandlung durchgeführt werden, wenn Sanierungsmassnahmen gegen die Milben keinen Erfolg zeigen

 in besonderen Fällen, wenn der betreffende Auslöser überhaupt nicht zu meiden ist (z.B. Pferdestall beim Pferdehaar-Allergiker neben dem Wohnhaus – allerdings liegt hier die Erfolgsquote deutlich niedriger).

Die Allergenlösung wird anfangs meist wöchentlich, später nach rund 3 Monaten monatlich appliziert. Die Therapie-Dauer beträgt mindesten drei, maximal fünf Jahre.

 

Unerwünschte Reaktionen

Wie bei allen wirkungsvollen Methoden können auch bei dieser Therapieform unerwünschte Reaktionen auftreten. Als allergologisch erfahrener Arzt für Kinder- und Jugendmedizin können wir Nebenwirkungen aber minimieren. Bisher ist in unserer Praxis noch nie eine wesentliche Reaktion aufgetreten. Leichte örtliche Reaktionen wie lokale Schwellungen oder Juckreiz an der Einstichstelle sind harmlos. Stärkere Schwellungen werden in der Praxis nachbeobachtet. In sehr seltenen Fällen können Allgemeinreaktionen wie Haut-ausschlag, Unwohlsein oder Husten, manchmal auch Atemnot, Herzklopfen oder Schwindel auftreten. Ein Kreislaufschock ist zwar theoretisch denkbar, wurde aber bisher in Deutschland bei Kindern nie beobachtet.

 

Was muss bei der Durchführung beobachtet werden?

 die Abstände zwischen den einzelnen Injektionen müssen streng eingehalten werden.

 Nach der Injektion muss der Patient mindestens 30 Minuten zur Nachbeobachtung in der Praxis bleiben.

 Vor jeder Spritze müssen Sie uns Auffälligkeiten bei der letzten Spritze unbedingt mitteilen

 Sollten stärkere Infektionskrankheiten vorliegen, teilen Sie uns dies bitte mit.

 Innerhalb von 24 Stunden nach der Injektion sind starke körperliche Anstrengung, heißes Duschen oder Saunabesuche zu vermeiden.

 Während der Behandlung sollten die ursächlichen Allergieauslöser weitestgehend gemieden werden.

Und denken Sie daran: eine gute Mitarbeit garantiert den besten Erfolg!

 

Weitere Informationen

Wir führen zu dieser Behandlungsform und auch zu allergischen Erkrankungen Informationsabende durch. Bei Interesse fragen Sie an der Rezeption nach.

 

 

 

 

Dr. E. Weiser    Hyposensibilisierung Infoblatt 100311