Dr. E. Weiser Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855
Liebe Eltern,
durch diese Info wollen wir Sie über das übliche Vorgehen beim Beginn des Zufüttern informieren.
ZUFÜTTERUNG VON BEIKOST
Sie haben Ihr Kind bis jetzt nur mit Muttermilch bzw. Flaschenmilch gefüttert. Nach dem 4. bis 6. Monat soll man beginnen, dem Baby auch andere Nahrung neben der Milch anzubieten. Dabei wird weiterhin die bis dahin gewohnte Milch gegeben, das Zufüttern erfolgt nur mit dem Löffel. Will das Kind so nicht essen, sollten Sie ein bis zwei Wochen warten und es dann erneut versuchen. Gemüse in die Flasche zu geben, damit das Kind wenigstens ein wenig davon isst, führt nicht zum Ziel, weil ja
das Essen mit dem Löffel erlernt werden soll.
Um Verdauungsstörungen zu vermeiden,
empfehle ich: Beginnen Sie mit der Mittagsmahlzeit und füttern Sie erst einige Löffel
Frühkarotten und danach geben Sie, wie gewohnt, die Brust oder die Flasche. Die so
gegebene Menge Karotten kann täglich gesteigert werden, sodass nach ca. einem Monat
eine Milchmahlzeit ersetzt worden ist. Zwei Wochen nach Beginn des Zufütterns kann
ein Karotten-Kartoffelbrei gegeben werden, und nach weiteren zwei Wochen kann jeweils
schrittweise eine neue Gemüsesorte angeboten werden. Gut eignen sich gekochte Karotten,
Kartoffel, Erbsen, Gurken, Kohlrabi, Zucchini, Fenchel, Brokkoli.
Ab dem Alter von 6 Monaten braucht Ihr Säugling mehr Eisen als in der Milch enthalten
ist. Deshalb sollte jeden 2. Tag ein Gemüse-Fleischbrei gegeben werden. Zusätzlich
kann mit etwa 6 Monaten eine zweite Löffelmahlzeit am Nachmittag mit Obst (gekocht,
Glas) oder nochmals Gemüse gereicht werden. Ab 7 Monaten darf das Obst auch roh sein:
zerdrückte Banane, geschabter Apfel...
Wählen Sie einheimische Obstsorten (Apfel,
Birne, Pfirsich, Marille, Himbeeren und Heidelbeeren). Alle exotischen Früchte (ausgenommen
Banane) haben im 1. Lebensjahr keinen Platz. Sie erhöhen das Allergierisiko Ihres
Kindes.
Im Alter von 10 Monaten kann das Kind dann langsam (!) beginnen, mit der Familie
mitzuessen. Dabei können alle Speisen angeboten werden, die entsprechend zerkleinert
werden können (Mixstab) und im Mund des Kindes zu einem Brei werden: Knödel, Nudeln,
Kartoffeln, ….... Nur sehr sparsam Salzen und Würzen! Nicht gegeben werden dürfen
Speisen, die das Kind nicht selber zerkleinern kann: Wurst, Nüsse, ……
Erst nach dem
1. Lebensjahr sollten Sie Milchprodukte, Eier, Fisch und Nüsse anbieten. Letztere
nicht nur wegen der Allergiegefahr, sondern vor allem auch wegen der Gefahr des "Verschluckens"
und damit dem Verschluss der Luftröhre.
Sollten noch Fragen bestehen stehen wir natürlich gerne in unserer Praxis für Sie
zur Verfügung.
Info Zufütterung Beikost,
Dr. med. E. Weiser, FA Kinder- und Jugendmedizin, Remchingen, 07232/311855