Dr. E. Weiser Koenigsbacher Str. 51, 75106 Remchingen, Tel. 07232/311855
KRANKENGESCHICHTE
Die Krankengeschichte (Anamnese) ist der erste und wichtigste Schritt zur Diagnose einer Allergie. In vielen Fällen kann mit einer gründlichen Krankengeschichte alleine die Diagnose bereits mit hoher Wahrscheinlichkeit vermutet oder gestellt werden. Sie stellt die Weichen für die weiteren Maßnahmen. Wir möchten unter anderem von Ihnen wissen:
Welche Beschwerden haben bestanden und wie lange haben sie angehalten?
Wann und in welchem Zusammenhang sind sie aufgetreten?
Treten die Beschwerden zu einer bestimmten Tages- oder Jahreszeit oder in Abhängigkeit
von einem bestimmten Aufenthaltsort auf?
Haben Sie bestimmte Auslöser (z. B. Tierkontakte, Nahrungsmittel) für die Beschwerden
beobachtet?
Wie ist die Wohnsituation (z. B. Tiere, feuchte Wohnung)?
Gibt es Allergien in der Familie?
Welche Behandlungen wurden bisher durchgeführt?
Unter Umständen werden wir Sie um die Aufzeichnung eines Symptomprotokolls bitten, z. B. ein Symptom - Nahrungsmittel-/ Tagebuch bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie.
UNTERSUCHUNG
Wir werden als nächsten Schritt insbesondere jene Organe gründlich untersuchen, welche von den Beschwerden betroffen sind.
TESTUNG
Bei der Allergietestung wird nach den möglichen Allergieauslösern (Allergenen) gesucht. Je genauer Ihre Beobachtungen zur Krankengeschichte sind, desto besser kann der Auslöser eingegrenzt werden. Doch Achtung: Eine positive Reaktion im Allergietest beweist nicht automatisch das Vorliegen einer allergischen Erkrankung! Sie zeigt lediglich, dass das Immunsystem Kontakt mit der entsprechenden Substanz gehabt und Antikörper dagegen gebildet hat (= Sensibilisierung). Der Allergietest allein kann jedoch nichts darüber aussagen, ob diese Sensibilisierung auch wirklich Krankheitserscheinungen hervorruft (= Allergie). Diese Einschränkung gilt vor allem bei Nahrungsmitteln. Leider kommt es immer wieder vor, dass der Allergietest und nicht das allergiekranke Kind behandelt wird. Dies wollen wir bei uns in der Praxis absolut vermeiden!
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergieantikörper nachzuweisen:
a) Hautteste
Bei einem Hauttest wird die Testsubstanz entweder auf die Haut gebracht (Reibetest, Pflastertest) oder in die Haut eingebracht (Pricktest, Scratchtest, Intrakutantest). Liegen Allergieantikörper vor, so reagiert die Haut entweder mit einer Erhebung, Rötung, Bläschen oder Knötchen.
b) Blutuntersuchungen
Ist ein Hauttest nicht möglich (z. B. bei entzündeter Haut bei Neurodermitis oder mangelnder Mitarbeit beim jungen Kind), kann im Blut nach allergieauslösenden Antikörpern gesucht werden. Das am häufigsten verwendete Verfahren ist der RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test) und dessen Varianten, bei dem die Immunantwort in verschiedenen Stärkegraden (Klassen) angegeben wird.
c) Provokationsteste (Belastungsteste)
Kann mit den vorher genannten Untersuchungen eine Allergie nicht sicher diagnostiziert werden, muss eventuell das zu untersuchende Organ direkt mit dem in Frage kommenden Allergen in Kontakt gebracht und die Reaktion darauf beobachtet werden. Beispiele sind die Provokation der Nasenschleimhaut oder der Bindehaut mit Pollen- oder Milbenextrakten sowie die des Magen-Darm-Trakts durch Nahrungsmittel. Eine Provokation der Bronchien mit einem Allergieauslöser wird bei Kindern dagegen nur in Ausnahmefällen durchgeführt.
WEITERE UNTERSUCHUNGEN
Je nach Krankheitsbild werden noch weitere Untersuchungen durchgeführt. Zum Beispiel ist bei Verdacht auf ein Asthma bronchiale eine Lungenfunktionsuntersuchung erforderlich, nur extrem selten wird auch ein Röntgenbild der Lunge notwendig.
DIAGNOSESTELLUNG UND BERATUNG
Erst die Zusammenschau und Bewertung aller erhobenen Befunde liefert zum Schluss die Diagnose und damit auch die Grundlage für die sich anschließende Therapie, die wir mit Ihnen besprechen werden.
Dr. med. E. Weiser, Kinder- und Jugendarzt, www.kinderarzt-remchingen.de
Infoblatt Allergieabklärung 090311
